Dartboard mit Fokus auf Doppelfeldern für das Finish
Ein sauberer Checkout beginnt oft nicht beim letzten, sondern beim ersten Pfeil eines Legs. (Bild: flightmasters180)

Scoring bringt die Punkte runter — aber gewonnen wird ein Leg erst mit dem Finish. Wer die wichtigsten Checkout-Wege kennt, verliert an der Oche keine wertvolle Zeit mit Rechnen und trifft unter Druck die richtige Entscheidung. Wir zeigen die Klassiker, das höchste Finish und die berüchtigten Bogey-Zahlen.

Das höchste Finish: 170

Der höchste in drei Darts mögliche Checkout ist 170 — erzielt mit Triple 20, Triple 20 und dem Bullseye (50). Dieses Finish gilt als eines der spektakulärsten im Sport, weil es zwei perfekte Triple-20-Treffer und einen zentimetergenauen Bull-Treffer in einer einzigen Aufnahme voraussetzt. In der Praxis kommt es selten vor, markiert aber die theoretische Obergrenze eines Drei-Pfeil-Checkouts.

Die Klassiker: Two-Dart-Finishes

Die meisten Legs enden nicht mit spektakulären Drei-Pfeil-Finishes, sondern mit soliden Zwei-Dart-Checkouts. Diese Wege sollte jeder Spieler im Schlaf beherrschen:

  • 40 = Doppel 20 (D20) — der Standard-Checkout schlechthin.
  • 32 = Doppel 16 (D16) — beliebt, weil D16 gut zu treffen ist.
  • 50 = Bullseye — als direkter Checkout oder nach Single-Bull-Vorbereitung.
  • 36 = Doppel 18 (D18).
  • 24 = Doppel 12 (D12).

Der gemeinsame Nenner: Jede dieser Zahlen lässt sich direkt mit einem Doppel-Feld beenden, ohne vorher noch ein Single-Feld treffen zu müssen.

Typische Drei-Dart-Wege

  • 100 = Triple 20 + Doppel 20 (T20, D20).
  • 81 = Triple 19 + Doppel 12 (T19, D12).
  • 60 = Single 20 + Doppel 20 (S20, D20), alternativ Triple 20 direkt als Rausgeher bei niedrigerem Reststand.
  • 96 = Triple 20 + Doppel 18 (T20, D18).
  • 121 = Triple 20 + Triple 15 + Doppel 8, oder Triple 17 + Triple 20 + Doppel 5 als Alternative.
Wer seine Finish-Wege auswendig kennt, gewinnt an der Oche keine Sekunde mit Kopfrechnen — sondern wirft.

Die Bogey-Zahlen: Was man nicht mit drei Darts checken kann

Nicht jede Zahl unter 170 lässt sich in drei Darts auf null bringen. Diese sogenannten Bogey-Zahlen sind: 169, 168, 166, 165, 164, 163, 162 und 159. Bei diesen Reststände muss zunächst gezielt heruntergespielt werden, um wieder in einen regulären Finish-Bereich zu kommen — etwa durch einen bewussten Wurf auf Single- oder Doppelfelder, die den Rest in eine checkbare Zahl verwandeln.

Wer zum Beispiel bei 169 steht, wirft klassischerweise Triple 20, Triple 19 und landet bei 52 — was in der nächsten Aufnahme mit Doppel 26 nicht existiert, weshalb hier meist auf 50 (Bull) oder eine andere sichere Restzahl gespielt wird. Entscheidend ist: Bogey-Zahlen sind kein Fehler im System, sondern schlicht mathematisch nicht in drei Pfeilen auf null zu bringen.

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Checkout-Training am eigenen Board

Finish-Wege lassen sich am besten mit gezieltem Doppel-Training verinnerlichen. Ein präzises Sisal-Board mit klar erkennbaren Segmenten hilft dabei enorm — unsere Empfehlung weiter unten zeigt eine turniertaugliche Option.

Zu den Dartboards

Warum Doppel- oder Bull-Finishes sinnvoller sind

Ein wichtiges Prinzip beim Herunterspielen: Wenn möglich, sollte der verbleibende Rest eine gerade Zahl sein, die sich mit einem Doppel-Feld checken lässt, oder direkt auf das Bull zulaufen. Ungerade Reststände zwingen dazu, erst ein ungerades Single-Feld zu treffen, bevor überhaupt ein Doppel in Reichweite kommt — das kostet zusätzliche Präzision und erhöht die Fehleranfälligkeit.

Erfahrene Spieler denken deshalb schon beim vorletzten Wurf mit: Nicht nur „wie viele Punkte bringe ich runter", sondern „auf welche Restzahl komme ich, und lässt sich die gut finishen".

Set von drei Dartpfeilen bereit für den nächsten Checkout
Konstantes Material erleichtert es, Finish-Routinen zuverlässig zu wiederholen.

Übung macht den Meister: So lernst du Finish-Wege

  • Beginne mit den häufigsten Zahlen zwischen 2 und 40 — sie kommen in fast jedem Leg vor.
  • Übe systematisch von unten nach oben: erst alle Doppel-Finishes bis 40, dann die Drei-Dart-Wege bis 100.
  • Schreibe dir die Bogey-Zahlen auf eine Karte und wiederhole sie, bis sie automatisch abrufbar sind.
  • Simuliere im Training zufällige Reststände statt immer von 501 zu starten.

Checkout-Wissen ist reines Kopfwissen — und lässt sich damit auch ohne Board lernen. Wer die gängigen Finishes verinnerlicht hat, kann sich an der Oche voll auf den Wurf konzentrieren, statt im entscheidenden Moment noch zu rechnen.

Checkout-Quote als Trainingskennzahl

Neben dem reinen Auswendiglernen der Wege lohnt es sich, die eigene Checkout-Quote systematisch zu erfassen: Wie viele Versuche auf ein bestimmtes Finish waren tatsächlich erfolgreich? Profispieler bewegen sich bei Standardzahlen wie 40 oder 32 oft deutlich über 50 Prozent, während Hobbyspieler hier realistischerweise mit niedrigeren Quoten starten. Entscheidend ist nicht der Vergleich mit der Weltspitze, sondern die eigene Entwicklung über mehrere Trainingswochen.

Häufige Fehler beim Checkout-Versuch

  • Zu früh auf ein Doppel zielen, obwohl der Rest noch nicht in eine günstige Zahl heruntergespielt wurde.
  • Unter Druck den Finish-Weg falsch im Kopf berechnen — häufig bei ungewöhnlichen Resten wie 121 oder 141.
  • Nach einem verpassten Doppel hektisch werden und die Routine vor dem nächsten Wurf überspringen.

Checkouts im Teamspiel und bei Doubles

Auch bei Doubles-Formaten, in denen zwei Spieler abwechselnd werfen, gelten dieselben Finish-Prinzipien — mit einer Besonderheit: Die Kommunikation zwischen den Partnern über den geplanten Checkout-Weg ist entscheidend, da einer der beiden Spieler den entscheidenden letzten Pfeil werfen könnte, ohne die vorherige Aufnahme des Partners genau verfolgt zu haben. Erfolgreiche Doubles-Teams sprechen deshalb vor jeder Aufnahme kurz ab, wer auf welchen Rest zielt.

FM
flightmasters180Redaktion · Dart-Magazin
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