Beleuchtete Turnierbühne mit Dartboard vor Publikum
Der Alexandra Palace ist im Winter wieder die Bühne für den WM-Titel. (Bild: flightmasters180)

Der Winter gehört dem Darts: Zwischen Dezember 2026 und Anfang Januar 2027 kämpfen am Alexandra Palace in London wieder 128 Spieler um den wichtigsten Titel des Sports. Wir werfen einen Blick auf den Titelverteidiger, die stärksten Herausforderer und das, was diese Ausgabe der PDC World Darts Championship besonders macht.

Der Titelverteidiger: Luke Littler

Kein Name wird vor dieser Weltmeisterschaft so oft genannt wie der von Luke Littler. Der Engländer ist amtierender Weltmeister und aktuelle Nummer eins der Welt. Seinen ersten WM-Titel holte er sich 2025 mit einem 7:3-Finalsieg gegen Michael van Gerwen. Anfang 2026 verteidigte er den Titel eindrucksvoll mit einem 7:1-Erfolg im Finale gegen den Niederländer Gian van Veen. Damit ist Littler erst der vierte Spieler in der Geschichte der PDC-Weltmeisterschaft, dem die Titelverteidigung gelang — nach Phil Taylor, Adrian Lewis und Gary Anderson.

Diese Bilanz macht ihn zum logischen Favoriten für die kommende Ausgabe. Wer am Ally Pally zwei Jahre in Folge das Finale gewinnt, hat nicht nur die Klasse, sondern auch die mentale Stabilität, die in einem Sets-Format über mehrere Wochen entscheidet.

Am Alexandra Palace zählt nicht nur das Können — sondern wer seine Nerven über drei Wochen im Griff behält.

Die stärksten Herausforderer

So dominant Littlers letzte beiden Jahre auch waren: Das Feld hinter ihm ist tief besetzt wie selten zuvor. Mehrere Spieler bringen die Qualität mit, um ihn auf dem Weg zum dritten Titel in Folge zu stoppen.

  • Luke Humphries — Weltmeister 2024, bekannt für sein konstant hohes Scoring und seine Checkout-Präzision unter Druck.
  • Gian van Veen — Finalist der WM 2026, gehört zur stärksten Generation niederländischer Nachwuchsspieler und hat bereits bewiesen, dass er auf der großen Bühne bestehen kann.
  • Michael van Gerwen — dreifacher Weltmeister, dessen Erfahrung und Matchpraxis über Jahrzehnte ihn immer wieder in die entscheidenden Phasen großer Turniere bringt.
  • Gerwyn Price — Weltmeister 2021, physisch wie mental einer der robustesten Spieler auf der Tour.
  • James Wade — einer der taktisch klügsten Spieler des Feldes, besonders stark in engen Legs.
  • Chris Dobey — hohe Wurfgeschwindigkeit und explosive Scoring-Phasen, die Gegner unter Druck setzen können.
  • Josh Rock — zählt zu den talentiertesten jungen Spielern der Order of Merit mit einem sehr sauberen Wurfbild.
  • Wessel Nijman — nach seinem Comeback einer der spannendsten Namen im Feld, technisch stark und zunehmend konstant.

Warum das Feld so ausgeglichen ist

Die PDC Order of Merit der letzten beiden Jahre zeigt: Der Abstand zwischen Platz eins und Platz zwanzig ist kleiner geworden. Junge Spieler kommen über die Development Tour und die Q-School inzwischen schneller in Form, während etablierte Namen wie van Gerwen, Price oder Wade weiterhin über das nötige Turniergespür verfügen. Genau diese Mischung aus Erfahrung und Nachwuchs macht die WM 2026/27 zu einem der offeneren Felder der letzten Jahre — trotz eines klaren Favoriten an der Spitze.

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Format, Preisgeld und Atmosphäre

Das Turnier wird traditionell im reinen Sets-Format über Legs ausgespielt: In den frühen Runden werden Best-of-Sets im Modus „Best of 5 Legs" pro Set gespielt, mit steigender Anzahl an Sets in späteren Runden bis zum Finale, das über eine längere Distanz entschieden wird. Das 128-Spieler-Feld setzt sich aus PDC-Tourkarteninhabern, internationalen Qualifikanten und Amateuren aus den weltweiten Qualifikationsturnieren zusammen — genau diese Mischung sorgt regelmäßig für Überraschungen in den ersten Runden.

Finanziell ist die WM längst das größte Einzelturnier des Sports: Insgesamt stehen rund £5 Millionen Preisgeld zur Verfügung, dem Sieger winkt ein Scheck über £1 Million. Diese Summen unterstreichen, wie sehr sich Darts in den letzten Jahren als Zuschauersport professionalisiert hat.

Nahaufnahme von Dart-Barrels vor dem nächsten Wurf
Kleine Materialunterschiede können in engen Legs den Ausschlag geben.

Die Kulisse am Ally Pally

Kein anderer Austragungsort steht so für die Eigenheiten des Sports wie der Alexandra Palace. Die Halle ist laut, die Fangesänge beginnen oft schon vor dem ersten Wurf, und Kostüme gehören zum festen Bild der Ränge. Für viele Spieler ist genau diese Lautstärke die größte Umstellung — wer sie für sich nutzen kann, gewinnt einen echten Vorteil gegenüber ruhigeren Bühnen im Verlauf der Saison.

Der Weg ins Turnier

Anders als bei kleineren Turnieren erreichen die Spieler das Hauptfeld der Weltmeisterschaft über unterschiedliche Wege: Die Top-Namen der Order of Merit sind direkt gesetzt, weitere Plätze werden über regionale Qualifikationsturniere in Europa, Asien, Afrika, Nordamerika und Ozeanien vergeben. Diese globale Durchmischung sorgt jedes Jahr für Debütanten, die erstmals vor der großen Kulisse des Ally Pally stehen — und mitunter für Überraschungen gegen etablierte Namen in der Anfangsphase des Turniers.

Ob Littler seinen dritten Titel in Folge holt oder einer der Herausforderer die Sensation schafft: Die WM 2026/27 verspricht erneut Spitzendarts auf höchstem Niveau. Wir werden das Turnier in den kommenden Monaten weiter begleiten und die wichtigsten Partien einordnen.

FM
flightmasters180Redaktion · Dart-Magazin
@flightmasters180